Aus Küchenresten neues Grün wachsen lassen? Das funktioniert tatsächlich! Beim sogenannten Regrowing, also dem Nachwachsenlassen von Pflanzen, könnt ihr bestimmten Gemüse- und Obstarten ein zweites Leben schenken. Statt Strunk, Wurzelende oder Kern direkt zu entsorgen, lassen sich daraus mit etwas Geduld neue Blätter, Triebe oder sogar ganze Pflanzen ziehen.

Regrowing ist nicht nur eine einfache Möglichkeit, Lebensmittelreste sinnvoll zu nutzen und Abfälle zu reduzieren, sondern bringt auch frisches Grün in die eigenen vier Wände. Dazu reicht meist schon ein Glas Wasser, etwas Erde und ein heller Platz auf der Fensterbank. Wir zeigen euch, welche Lebensmittel sich zum Regrowing eignen und worauf ihr achten solltet.

1. Salat & Frühlingszwiebeln

Salat und Frühlingszwiebeln eignen sich gut zum Nachzüchten. Beide können aus ihren unteren Reststücken neue Blätter beziehungsweise Triebe bilden.

So funktioniert's:

  • Verwendet die unteren 3 bis 5 cm inklusive Wurzelansatz des Salats oder der Frühlingszwiebel.
  • Stellt die Stücke in eine flache Schale oder ein Glas mit wenig Wasser, sodass nur der untere Teil im Wasser steht.
  • Platziert das Gefäß an einem hellen Ort und wechselt das Wasser regelmäßig.
  • Sobald sich neue Blätter oder Triebe zeigen, könnt ihr diese ernten oder die Pflanzen in Erde setzen, damit sie noch weiterwachsen.
  • Während Frühlingszwiebeln häufig mehrfach neue grüne Triebe bilden, wächst beim Salat meist nur eine kleinere Menge frischer Blätter nach.

2. Karotten & Radieschen

Auch Karotten und Radieschen lassen sich zum Regrowing verwenden. Allerdings entstehen aus den Resten keine neuen Karotten oder Radieschen. Stattdessen wachsen aus dem oberen Teil neue, essbare Blätter. Diese sind sehr aromatisch und eignen sich besonders gut für Pestos, Suppen und Salate.

So funktioniert's:

  • Verwendet das obere Ende mit dem Blattansatz von Karotte (2 bis 3 cm) oder Radieschen (etwa 1 cm).
  • Legt das Stück mit der Schnittfläche nach unten in eine flache Schale mit wenig Wasser.
  • Stellt die Schale an einen hellen Platz und wechselt das Wasser regelmäßig.
  • Sobald sich neue Blätter bilden, könnt ihr die Pflanzenteile bei Bedarf in Erde setzen.

3. Ingwer & Knoblauch

Anders als Salat oder Frühlingszwiebeln werden Ingwer und Knoblauch am besten direkt in Erde gepflanzt. Beim Knoblauch kann nach kurzer Zeit das aromatische Grün geerntet werden. Für die Entwicklung neuer Knollen benötigt der Knoblauch eine Kälteperiode und sollte dafür im Herbst in ein Beet gepflanzt werden. Auch der Ingwer benötigt mehrere Monate, um neue Rhizome zu bilden und geerntet werden zu können.

So funktioniert's:

  • Wählt ein frisches Stück Ingwer mit sichtbarer Knospe oder eine Knoblauchzehe, idealerweise mit einem kleinen Austrieb.
  • Setzt den Ingwer waagerecht und flach, mit der Knospe nach oben, in Erde. Die Knoblauchzehe wird mit der Spitze nach oben etwa 3 cm tief eingepflanzt.
  • Stellt den Topf an einen hellen Standort. Ingwer bevorzugt zusätzlich Wärme und sollte vor intensiver direkter Sonne geschützt werden.
  • Haltet die Erde leicht feucht und vermeidet Staunässe.

4. Ananas & Avocado

Nicht nur Gemüse eignet sich zum Regrowing. Auch aus den Resten mancher Obstsorten können neue Pflanzen gezogen werden. Allerdings entstehen aus Ananaskrone und Avocadokern in der Regel keine neuen Früchte, sondern nur dekorative Zimmerpflanzen.

So funktioniert's bei Ananas:

  • Schneidet oder dreht die Krone der Ananas vorsichtig ab.
  • Entfernt Fruchtfleischreste sowie einige der unteren Blätter.
  • Lasst die Schnittstelle ein bis zwei Tage an der Luft trocknen.
  • Setzt die Krone anschließend in einen Blumentopf mit lockerer, gut durchlässiger Erde.
  • Stellt den Blumentopf an einen warmen, sehr hellen Platz und haltet die Erde leicht feucht.

So funktioniert's bei Avocado:

  • Wascht den Kern einer reifen Avocado ab und entfernt Fruchtfleischreste.
  • Steckt 3 bis 4 Zahnstocher seitlich in den Kern und hängt ihn damit zur Hälfte, mit der breiten Seite nach unten, in ein Glas Wasser.
  • Stellt das Glas an einen warmen, hellen Ort und wechselt das Wasser regelmäßig.
  • Sobald sich Wurzeln und ein Trieb gebildet haben, könnt ihr den Kern in einen Topf mit Erde setzen.

Die Keimung des Avocadokerns dauert meist vier bis acht Wochen.

Weniger wegwerfen, mehr nachzüchten

Regrowing zeigt, dass in vielen Küchenresten noch Potenzial steckt. Ob frisches Grün aus Frühlingszwiebeln, neue Blätter aus einem Salatstrunk oder eine tropische Zimmerpflanze aus einer Ananas: Mit einfachen Mitteln könnt ihr Lebensmittelreste sinnvoll weiterverwenden.
Probiert es einfach nach dem nächsten Kochabend aus und beobachtet, wie die Gemüse- und Obstreste auf der Fensterbank ein zweites Leben bekommen!

Happy Regrowing!
Euer Dole Team